DZ BANK [KUNSTSAMMLUNG] - Art Foyer

Taryn Simon
Troy Webb, 2002
Aus der Serie: The Innocents
123 x 159 cm
Die DZ BANK Kunstsammlung ist eine Unternehmenssammlung der DZ BANK AG mit Sitz in Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst am fotografischen Bild. Die Sammlung umfasst mehr als 6500 Kunstwerke von über 600 Künstlerinnen und Künstlern und zählt zu einer der größten ihrer Art.
Die Sammlungstätigkeit der DZ BANK konzentriert sich seit ihrer Gründung im Jahr 1994 auf das Medium der Fotografie. Das große Spektrum der DZ BANK Kunstsammlung ermöglicht es einen Verlauf der Fotografiegeschichte nachzuzeichnen, der sich von ihren Anfängen als Schwarzweißfotografie bis zu ihren heutigen intermedialen Beziehungen zu anderen Kunstformen erstreckt.

Giorgia Fiorio
Sema Lesson. Whirling Dervishes Mevlevi. Konya, Turkey, 2006
Aus der Serie: The Gift 2000-2009
100 x 100 cm
Das Hauptaugenmerk der Sammlung liegt auf fotografischen Arbeiten aus der Gegenwartskunst, darunter sind auch einige Werke aus den Sechziger Jahren, die für die Entwicklung der Fotografie als autonome Kunstform wegbereitend gewesen sind. Die Auswahl und Zusammenstellung der Sammlungsstücke beruht auf kunsttheoretischen Gesichtspunkten und fachtheoretischen Auseinandersetzungen mit dem Medium Fotografie, die sowohl auf die räumlichen Bedingungen und Installationsmöglichkeiten in der Bank reagieren, als auch bereits erworbene Positionen reflektieren. Seit Beginn der Sammlungsaktivität wurden erworbene Kunstwerke stets nach klassischen kunsthistorischen Genre (z.B. Landschaft, Porträt und Stillleben) geordnet. Mit einer Einteilung der Kunstwerke nach kunsthistorischen Kriterien möchte die DZ BANK Kunstsammlung auf die formalen wie funktionalen Übereinstimmungen hinweisen, die zwischen dem fotografischen und malerischen Bild bestehen.

Altan Eskin
Ohne Titel (#1), 2009
Aus der Serie: My shelter, your place
50 x 60 cm
Die Sammlung bevorzugt Werkkomplexe, um vielseitige Aspekte einer künstlerischen Entwicklung angemessen zu repräsentieren. Einen Drehpunkt der Sammlung bilden fotografische Arbeiten der Düsseldorfer Schule aus den achtziger und neunziger Jahren von Bernd und Hilla Becher, sowie ihrer Schüler, Andreas Gursky, Axel Hütte, Candida Höfer, Thomas Ruff und Jörg Sasse. Das Spannungsverhältnis der Fotografie zwischen dokumentarischer und künstlerischer Qualität wird in der Sammlung der DZ BANK durch eine Reihe von Künstlern repräsentiert. Stehen die Bilder von Barbara Klemm, Sebastião Salgado und Michael Schmidt für den Dokumentarismus der klassischen Reportagefotografie, so zeigen die Fotografien von Angela Grauerholz und Tracey Moffat malerische und subjektive Sichtweisen. Die Bilder von Thomas Florschuetz und Rodney Graham bezeugen wiederum medienreflexive Ansätze, wohingegen die Arbeiten von Jochen Gerz, Mario Merz, Alex Hartley und Jean-Marc Bustamante konzeptuelle und raumbezogene Bildvorstellungen thematisieren. Körperbilder und die Darstellung von Milieus werden in den Arbeiten von Andy Warhol, Nan Goldin, Will McBride und Wolfgang Tillmans sichtbar. Die Themen Gender und Selbstinszinierung nehmen eine zentrale Stellung in den Werken von Bettina Rheims, Richard Prince und Cindy Sherman ein. Die Arbeiten von Dan Graham, Katharina Sieverding und Lorna Simpson reflektieren wiederum gesellschaftlich-politische Aspekte.

Thomas Draschan
An Ideal State, 2010
148 x 210 cm
In der Vielzahl der künstlerischen Positionen möchte die DZ BANK auf die mehrschichtigen und paradoxen Möglichkeiten des fotografischen Bildes verweisen. Mit diesem grundlegenden Sammlungskonzept der DZ BANK soll zum einen die Emanzipation des Mediums Fotografie als selbstbestimmte Kunstform nachgewiesen werden, zum anderen soll ihr gattungsübergreifender und intermedialer Charakter in der Gegenwartskunst bekräftigt werden. Das Engagement für Kunst der DZ BANK hat sich dem „Anspruch auf Aktualität“ verpflichtet und bestimmt seit Anfang an unter Berücksichtigung des bisher Gesammelten die Entwicklung der Sammlung.
Die DZ BANK versteht Kunst als Element ihrer Unternehmenskultur. Neben der Sammlungs- und Förderungstätigkeit von Kunst, hat es sich die DZ BANK zur Aufgabe gemacht, Kunst unternehmensintern und extern zu vermitteln. Bevor die DZ BANK ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich machte, widmete sie sich vorzugsweise bankinterner Kunstvermittlung. Seit Beginn der Sammlungstätigkeit besteht die Überzeugung, dass im Kontext der modernen Unternehmenswelt ästhetische Erfahrung am Arbeitsplatz möglich ist, die zu einem besseren Beschäftigungsklima führt. So präsentiert die Sammlung ihre Kunstwerke in monografischen, dialogischen und thematischen Ausstellungen auf den Etagen ihrer Hauptzentrale in Frankfurt am Main, sowie in zahlreichen Niederlassungen im In- und Ausland. Die ästhetische Gestaltung des Arbeitsraums steht jedoch nicht nur im Dienste der Angestellten, sondern wird durch öffentliche Kunstführungen für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Im hauseigenen öffentlichen Ausstellungsraum, dem 2006 eröffneten ART FOYER, werden regelmäßig Ausstellungen kuratiert, die ausgewählte Positionen der Kunstsammlung zeigen.
Sammlung
Podiumsdiskussion "Unternehmenssammlungen öffentlich"
Wie gut kann die Kunstsammlung eines Unternehmens sein? So gut, dass Kunstwerke, die für Bürotürme und Mitarbeiter angekauft wurden, auf Dauer Platz in Museen finden dürfen? Sind es die leeren Kassen, die Museumschefs zu Partnern von Managern machen? Oder ergänzen sich beide Seiten zu neuen Formen der Kooperation - zum Wohl der Allgemeinheit?
