DZ BANK [KUNSTSAMMLUNG] - Art Foyer

Presse

Sara Cwynar, Sophie Thun

PreisträgerInnen 2019/2020 stehen fest!


 

Die DZ BANK Kunstsammlung hat erneut zwei Stipendien an herausragende Künstlerinnen vergeben, deren Schaffensprozess maßgeblich vom Fotografischen geprägt ist. Einvernehmlich kam die Jury zu dem Ergebnis, dass die eingereichten Projektideen von Sara Cwynar und Sophie Thun aus den 51 Bewerbungen am stärksten überzeugten. Zu den ersten fünf Kandidaten der Auswahl zählen zudem Katarína Dubovská, Philipp Goldbach und Talisa Lallai.

Jury 2019/2020

Felix Hoffmann (Hauptkurator, C/O Berlin Foundation)
Abrecht Haag (Vertretung Alexandra Lechner)
Kathrin Schönegg (Freie Autorin und Kuratorin, Berlin)
Christin Müller (Freie Kuratorin, Leipzig)
Dr. Mario Kramer (Sammlungsleiter und Kurator, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main)
Alexandra Lechner (Freie Fotografin und Kuratorin, Frankfurt am Main)
Dr. Christina Leber (Leiterin, DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt am Main)
Gertrud Peters (Künstlerische Leitung KIT - Kunst im Tunnel, Düsseldorf)

Preisträgerinnen 2019/2020

Das Werk von Sara Cwynar (* 1985, Vancouver, Kanada, lebt und arbeitet in Brooklyn, New York) entsteht vornehmlich aus einem Archiv bekannter Bilder der Fotografiegeschichte und einer persönlichen Sammlung an Bildmaterialien, welche die Künstlerin durch verschiedene analoge und digitale Kombinationsverfahren neu präsentiert. So erhalten ihre Fotografien zunächst einen skulpturalen Charakter. Diese Objekte lichtet Cwynar ab und arrangiert die entstandenen Bilder zu einer Collage, um diese erneut zu fotografieren. Sara Cwynar untersucht die Zirkulation von Bildern und deren Bedeutungswandel. Sie überprüft, wie sich im Verlauf der Zeit die Transformation von Bildwelten in verschiedenen Kulturen manifestiert. Es geht also um die Natur fotografischer Bilder, ihre visuellen Codes und die Frage, wie diese mit kollektiven Bildkulturen verstrickt sind. Für ihr neues Projekt, das sie im Rahmen des Stipendiums der DZ BANK Kunstsammlung verwirklichen wird, lenkt sie den Blick auf die Ideologien, die der westlichen Kunstgeschichte und ihren musealen Sammlungen zugrunde liegen. Mit Referenz auf John Bergers Videoarbeit »The Ways of Seeing« (1972) wird sie sich zudem mit Fragen zum Thema Rassismus und Gender beschäftigen.

Sophie Thun (* 1985 in Frankfurt am Main, lebt und arbeitet in Wien) experimentiert mit den apparativen Bedingungen der Fotografie und der Repräsentation des Körpers und setzt diese in Beziehung zu den Orten der Produktion und anschließenden Ausstellung der Bilder. Ihre Arbeiten sind komplexe künstlerische Interventionen, in denen sie verschiedene Bildebenen und fotografische Verfahren übereinanderschichtet. Dadurch wird unsere Wahrnehmung ebenso destabilisiert wie sich die Darstellung von Identität als widersprüchlich erweist. Im Rahmen des Projektstipendiums wird die Künstlerin ein Selbstporträt erstellen, das ihren Lebensraum mit den Produktionsumständen ihrer Arbeit verbindet. Dafür plant Sophie Thun, sämtliche Gegenstände in ihrer Einzimmerwohnung zu fotografieren, die 1:1 auf Großformatnegative passen. Die Negative wird sie als Kontaktkopien ausbelichten – und zugleich als Bildproduzentin körperlich in Erscheinung treten, indem etwa ihre Hände als weiße Leerstellen auf dem Fotopapier sichtbar werden.

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