DZ BANK [KUNSTSAMMLUNG] - Art Foyer

Presse

Alles zwischen Stillstand und Explosionen: die aktuelle Ausstellung der DZ BANK


In der Präsentation „BEWEGUNG IM BILD“ steht künstlerische Fotografie aus der DZ BANK
Kunstsammlung drei informellen Gemälden von Bernard Schultze, Emil Schumacher und Hann Trier
aus der Kunstsammlung der ehemaligen WGZ BANK gegenüber.

Die rund 60 Fotoarbeiten von 21 Künstlern entspringen wie die drei informellen Malereien einer
freien Geste. Maler wie Fotografen gehen experimentell und in ausdrucksstarken Bewegungen mit
ihren jeweiligen Materialien um, was ähnliche Kompositionen in einer abstrahierenden und sogar
gegenstandslosen Bildsprache entstehen lässt.

Vertreten sind in dieser Ausstellung, die vom 28. Juni bis 16. September 2017 im ART FOYER
gezeigt wird, Fotoarbeiten aus der Sammlung von Sonja Braas, John Chamberlain, Torben Eskerod,
Richard Hamilton, Timo Kahlen, Peter Keetman, Sandra Kranich, Barbara und Michael Leisgen,
Jouko Lehtola, Marc Lüders, Isabel Muñoz, Detlef Orlopp, Helena Petersen, Jorma Puranen, Patrick
Raynaud, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Günther Uecker, Beza von Jacobs sowie Neuerwerbungen von
Anna Vogel und Raphael Hefti.

Die unterschiedlichen Ansätze der Geste in der Fotografie finden sich in der Bewegung bis zum
abrupten Stillstand, in den verschiedenen Formen von explosiven Kräften sowie im Wandel der
Natur. Ein weiterer Ansatz ist die Abstrahierung eines gegenständlichen Motivs wie zum Beispiel die
Einwirkung von Schimmel auf das Fotomaterial.

In den Arbeiten von Günther Uecker (*1930, Wendorf) findet sich das Phänomen der Bewegung
gleichsam „gedoppelt“, indem er seine Nagelbilder gestisch übermalt. Arnulf Rainer (*1929,
Baden, Österreich) überführt seine Fotografien in Fotogravuren. Mithilfe der Ätzung lässt er seine
Köpfe hinter Schraffuren verschwinden. Richard Hamilton (*1922, London, Großbritannien;
†2011, London) hingegen versteckt sich hinter einer Glasscheibe, die er zuvor mit Farbe übermalt
hat. Mit blauen und weißen Farbsetzungen verwandelt Beza von Jacobs (*1974, Warschau, Polen)
das Abbild ihrer Bettdecke in eine aufgewühlte Wasseroberfläche.

In ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Reihe „Flamenco“ fängt die Fotokünstlerin Isabel Muñoz
(*1951, Barcelona, Spanien) mit wirbelnden Stoffbahnen die Dynamik der tänzerischen
Bewegungen ein. Zudem trägt sie in einem aufwendigen Edeldruckverfahren eine chemische
Platinlösung per Hand mit dem Pinsel auf das Fotopapier auf und doppelt so, ähnlich wie Günther
Uecker, die Dynamik der Bewegung. Anna Vogel (*1981, Herdecke) unterzieht ihre Motive einer
Vielzahl von analogen Bildbearbeitungsvorgängen und ist in der Ausstellung mit Überzeichnungen
auf Fotopapier vertreten, die wie seismographische Linien wirken.

Hann Trier (*1915, Kaiserswerth; †1999, Castiglione della Pescaia, Italien) ist ein wichtiger
Vertreter der informellen Malerei, deren Protagonisten sich seit den 50er Jahren vor allem mit der
Abstraktion von gegenständlichen Motiven beschäftigt haben. In seinem Gemälde Commedia
dell‘Arte/Gilles II von 1988 abstrahiert er ein Ölgemälde von Antoine Watteau (1684–1721).

Auch Thomas Ruff (*1958, Zell am Harmersbach) überführt ein gegenständliches Motiv in eine
abstrakte Bildkomposition, indem er ein psychedelisches Farbspiel durch das mehrfache Überlagern
japanischer Manga-Zeichnungen entstehen lässt.

Sandra Kranich (*1971, Ludwigsburg) zeichnet im ursprünglichsten aller Sinne mit Licht, indem sie
in ihrer Arbeit die jahrhundertalte Tradition des Feuerwerks aufgreift und das Abfeuern von Raketen
und Zündschnüren als künstlerisches Gestaltungsmittel einsetzt. Raphael Hefti (*1978, Biel,
Schweiz) hingegen belichtet Fotopapier, indem er Schlangenmoos auf dem Fotopapier entzündet.

Die organisch wirkenden, komplexen Farbwucherungen auf dem Gemälde von Bernard Schultze
(*1915, Piła, Polen, †2005, Köln) lassen an ein Blütenmeer denken.

Detlef Orlopp (*1937, Elbing) untersucht die Spuren der Zeit in der Natur, indem er vergrößerte
Fotoausschnitte von Wasser-, Gletscher- und Gesteinsoberflächen untersucht und einander
gegenüberstellt. Die malerischen Ansätze informeller Künstler wie auch der Vertreter des parallel in
Amerika entstandenen Abstrakten Expressionismus prägten Detlef Orlopps fotografischen Stil
nachhaltig.

Barbara (*1940, Gengenbach; †24. April 2017, Aachen) und Michael Leisgen (*1944, Spital am
Pyhrn, Österreich) wiederum lassen die Sonne direkt auf das Fotopapier zeichnen, indem sie bei
Sonnenuntergang die Kamera mit Langzeitbelichtung in zuvor festgelegten gestischen Schwüngen
bewegen.

Mit Werken von Emil Schumacher (*1912, Hagen; †1999, San José, Ibiza) und Jörg Sasse
(*1962, Bad Salzuflen) wird der Blick auf rissige Oberflächen, gestische Farbsetzungen oder
organische Texturen gelenkt.

BEWEGUNG IM BILD – DIE INFORMELLE MALEREI TRIFFT
AUF DIE GESTE IN DER FOTOGRAFIE
28. Juni bis 16. September 2017

ART FOYER der DZ BANK

Pressevorbesichtigung: Montag, 26. Juni um 11 Uhr mit Dr. Christina Leber, Leiterin der
DZ BANK Kunstsammlung, sowie Detlef Orlopp, Marc Lüders und Beza von Jacobs
Gerne stehen danach die Künstler für Interviews zur Verfügung.

Eröffnung: Dienstag, 27. Juni 2017 um 19 Uhr
Begrüßung: Dr. Christian Brauckmann, Vorstandsmitglied der DZ BANK AG
Einführung: Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung

Am Freitag, 8. September um 18 Uhr findet im ART FOYER ein Künstlergespräch mit
Raphael Hefti und Fabian Schöneich statt.

Führung mit der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK
Kunstsammlung: Donnerstag, 31. August um 19 Uhr.

Ansprechpartner:
(Frau) Uli Kuhn, DZ BANK Presseteam
Tel: 0178 / 322 01 82
E-Mail: uli.kuhnukuhn-consultingde

Tel: 069 / 7447-6561
E-Mail: pressedzbankde

DZ BANK Kunstsammlung
Im ART FOYER zeigt die DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main auf rund 300 qm
Ausstellungsfläche drei bis vier wechselnde Ausstellungen im Jahr. Die Sammlung des
Spitzeninstituts der Volksbanken Raiffeisenbanken umfasst mehr als 7500 Werke von rund 800
Künstlern und widmet sich dem fotografischen Bild in der internationalen, zeitgenössischen Kunst.

Weitere Informationen unter www.dzbank-kunstsammlung.de

DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr, Sa: 11.00 bis 19.00 Uhr
Do: 11.00 bis 20.00 Uhr

Öffentliche Führungen:
NEU: An jedem Donnerstag um 19.00 Uhr.
Jeden letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten.
Telefon: +49 69 7447-42095 oder E-Mail: kunstdzbankde

Pressekontakt

Ansprechpartner für Journalisten

DZ BANK AG

Pressestelle

Platz der Republik60265 Frankfurt am Main

WorkTel. +49 69 7447-6561

Frau Uli Kuhn

WorkTel. +49 178 322 0182

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