DZ BANK [KUNSTSAMMLUNG] - Art Foyer

Presse

07.08.2012

Die DZ BANK Kunstsammlung zeigt Gruppenporträts zum Internationalen Jahr der Genossenschaften


Allein ist der Mensch ziemlich aufgeschmissen. Er kann sich noch nicht einmal in Gänze selbst betrachten. Er benötigt ein Abbild, er braucht das Wir. Wir sind immer auch andere, andere sind immer zugleich auch wir.

Die Ausstellung Wir sind die anderen der DZ BANK Kunstsammlung macht das Phänomen von Gemeinschaften zum Thema. In der Kunstgeschichte führte zunehmendes Selbstbewusstsein des Individuums im 15. Jahrhundert zum Gruppenporträt. Die Malerei schuf sich ein neues Genre als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels, der bis ins heutige Zeitalter digitaler Fotografie fasziniert.

Die DZ BANK als Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe widmet die Ausstellung Wir sind die anderen dem Internationalen Jahr der Genossenschaften, das die Vereinten Nationen für 2012 ausgerufen haben. Seit der Gründung der ersten
Genossenschaften vor über 150 Jahren basiert das genossenschaftliche Prinzip auf Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.

Die Ausstellung versammelt rund 70 fotografische Arbeiten aus der DZ BANK Kunstsammlung von über 25 renommierten internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus 14 Ländern. Ganz unterschiedliche soziale Umgebungen werden einander gegenüber gestellt: Gruppenbilder, die im Familien- und Freundeskreis, in Zweckgemeinschaften, in der Öffentlichkeit, in ethnischen Zugehörigkeiten und in Arbeitswelten entstanden.

Zu sehen ist die Schau vom 16. August bis 27. Oktober 2012 im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main.

Vertreten sind u.a. René Burri, Clegg & Guttmann, Thomas Draschan, Larry Fink, Michel François, Julian Germain, Andreas Gursky, BKH Gutmann, Jochem Hendricks, John Hilliard, Ville Lenkkeri, Marcos López, Will McBride, Klaus Mettig, Helga Paris, Timm Rautert, Andreas Rost, Sebastião Salgado, Daniel Schumann, Otto Snoek, Annelies Štrba, Guy Tillim, Wolfgang Tillmans, Virgilio Viéitez, Miwa Yanagi, Tobias Zielony.

„Der Titel der Ausstellung geht auf ein Zitat des Franzosen Arthur Rimbaud zurück, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Anfang der Moderne einläutete. ‚Ich ist ein anderer’ sagte der junge Dichter und stellte damit das Subjekthafte in Frage. Kurz danach kam Sigmund Freud und legte das Ich auf die Couch, um es zu analysieren. Um das Problemhafte zu untersuchen und doch nie ans Ende zu kommen“, erläutert Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung.

Präsentation von Neuankäufen

Erstmals in einer Ausstellung der DZ BANK Kunstsammlung gezeigt werden neu erworbene Werke u. a. von Julian Germain, Helga Paris, Timm Rautert und Daniel Schumann.

Die Balance zwischen ersehnter Normalität und Angst vor dem Tod beschäftigt den 1981 in Duisburg geborenen Daniel Schumann. In seiner 2009 begonnenen Serie „Prinzessinnen und Fußballhelden“ porträtiert der Fotokünstler Familien mit einem lebensbedrohlich erkrankten Kind.

Der Engländer Julian Germain (Jg. 1962) fotografiert seit 2004 Schulklassen in ganz Europa, Lateinamerika, den USA, Afrika und Asien.

Zu den bedeutenden Porträtfotografinnen der ehemaligen DDR zählt Helga Paris, 1938 in Gollnow/Pommern geboren und seit 1956 in Berlin zu Hause. Mit sozialkritischem Kamerablick hebt die Künstlerin Einzelne aus der Menge heraus. Ihre in der Ausstellung präsenten Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Jugendlichen stammen aus den 1990er Jahren.

Tobias Zielony (Jg. 1973) war ein Schüler von Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. In aller Welt zieht es den Berliner Künstler in die Vorstädte der Metropolen, um in Bilderzyklen das Straßenleben pubertierender Jugendlicher festzuhalten.

Timm Rautert (Jg. 1941), gilt als ein Meister der Serie. In großen Unternehmen der Autoindustrie dokumentierte der in Essen lebende Fotograf die Veränderungen von Produktionsstätten und Arbeitsbedingungen seit den 1960er Jahren.

Arbeitsplätze an der Börse interessieren Andreas Gursky (Jg. 1955) und Larry Fink (Jg. 1941). Während der deutsche Künstler Gursky 1997 die Menschenansammlung auf dem Börsenparkett in Singapur aus distanzierter Position aufnahm, zeigen die zwischen 1984 und 1994 entstandenen Schwarz-Weiß-Bilder des Amerikaners Fink die Börsenmakler an der Wall Street in New York aus der Nähe.

Gemeinsam mit Mitarbeitern der DZ BANK erarbeitete das New Yorker Künstlerduo Clegg & Guttmann in der Frankfurter Zentrale der Bank die Serie „Museum for the Workplace“. Die Mitarbeiter stellten persönliche Gegenstände zur Verfügung, die von den Künstlern zu Gruppenporträts von Dingen arrangiert und abgelichtet wurden. Das Kunstwerk aus dem Jahr 1995 ist erstmals öffentlich zu sehen.

DZ BANK Kunstsammlung

Im ART FOYER der DZ BANK veranstaltet die Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank in Frankfurt am Main regelmäßig Ausstellungen. Die Bank verfügt über eine weltweit anerkannte Kunstsammlung zeitgenössischer Fotografie und visueller Medien mit mehr als 6500 Werken von über 700 Künstlern.

„Wir sind die anderen“

René Burri, Clegg & Guttmann, Thomas Draschan, Larry Fink, Michel François, Julian Germain, Andreas Gursky, BKH Gutmann, Jochem Hendricks, John Hilliard, Ville Lenkkeri, Marcos López, Will McBride, Klaus Mettig, Helga Paris, Timm Rautert, Andreas Rost, Sebastião Salgado, Daniel Schumann, Otto Snoek, Annelies Štrba, Guy Tillim, Wolfgang Tillmans, Virgilio Viéitez, Miwa Yanagi, Tobias Zielony u.a.

Presse-Vorbesichtigung: Mittwoch, 15.08.2012, 17.30 Uhr mit Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung

Eröffnung: Mittwoch, 15.08.2012, 19.00 Uhr
Begrüßung: Wolfgang Kirsch, Vorsitzender des Vorstands DZ BANK AG
Einführung: Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung

Anwesend sind die Künstler: Thomas Draschan, BKH Gutmann, Jochem Hendricks, Klaus Mettig, Helga Paris, Timm Rautert, Andreas Rost, Otto Snoek

Öffnungszeiten:
16.08.2012 – 27.10.2012
Di. – Sa. 11 bis 19 Uhr

Öffentliche Führungen:
Jeden letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr. Um Voranmeldung wird gebeten.
Telefon: +49 69 7447-2386 oder E-Mail: kunstdzbankde

DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“

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