DZ BANK [KUNSTSAMMLUNG] - Art Foyer

Konzept der Sammlung

Loredana Nemes
Joachim, 2016, 2016
Aus der Serie: Nadelstreifen / Pinstripe
37,5 x 31,5 cm

Die DZ BANK Kunstsammlung wurde im Jahr 1993 gegründet und ist die Unternehmenssammlung der DZ BANK AG (Deutsche Zentrale Genossenschaftsbank) mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie umfasst mehr als 7.500 Kunstwerke von über 800 internationalen Künstlerinnen und Künstlern und zählt damit zu einer der größten Sammlungen ihrer Art. Ihr Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst in Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie. Darunter werden alle Kunstwerke verstanden, die im Laufe ihrer Entstehung einen fototechnischen Prozess durchlaufen haben. Die Entscheidung für die Fokussierung auf das fotografische Medium ist eng verbunden mit der Geschichte des genossenschaftlichen Bankwesens: Seine Wurzeln reichen in die Zeit zurück, in der die ersten fotografischen Bilder entstanden sind. Des Weiteren findet das Verständnis der Fotografie als ein demokratisches Medium seine Entsprechung in der genossenschaftlichen Idee, von der die DZ BANK bis heute geprägt ist.

Als Auswahlkriterien für die Sammlungstätigkeit dienen kunsthistorische Genres wie z.B. Porträt, Stillleben, Landschaft oder Interieur. Ein zentrales Anliegen besteht gleichermaßen darin, die Fotografie nicht als ein rein dokumentarisches, die Wirklichkeit abbildendes, sondern in erster Linie als ein genuin künstlerisches Medium zu befragen. Besonderes Interesse gilt dabei künstlerischen Positionen, die die Grenzen der Fotografie auch im Hinblick auf klassische Gattungen wie Zeichnung, Malerei oder Bildhauerei neu definieren. Dies geschieht einerseits auf der inhaltlichen Ebene, andererseits durch die Darstellung einer größtmöglichen Vielfalt an Materialien, die auf ganz verschiedenartige Weise ihren Ausdruck findet. So sind Lithografien, Collagen, übermalte Fotografien, skulpturale Lösungen, Reliefs, am Computer generierte Bilder genauso Teil der Sammlung wie die kameralose Fotografie in Form von Fotogrammen und generativ entstandenen Bildern. In ihren Produktionsformen reicht die Fotografie von analog bis digital, von Silbergelatine auf Barytpapier über Heliogravüren auf Büttenpapier bis zu geplotteten Abzügen mit pigmentierter Tusche, von C-Prints auf unterschiedlichsten Papieren über Cibachrome bis hin zu Dia-Transfer. Das Ziel der Sammlung besteht ferner darin, die Entwicklungen innerhalb eines Œuvres aus unterschiedlichen Schaffensphasen von Künstlerinnen und Künstlern nachvollziehbar abzubilden, was durch konstante Ankäufe sowie die Aufnahme von Serien in die Sammlung sichtbar wird.

Raphael Hefti
Aus der Serie: Lycopodium, 2012

Eine der treibenden Kräfte bei der Sammlungsgründung war der Gedanke, Kunst als internes Kommunikationsinstrument aufzugreifen. Durch die Präsentation von Werken in der unmittelbaren Arbeitsumgebung wird ein inspirierender und gleichzeitig dialogfördernder Raum geschaffen. In einem demokratischen Auswahlverfahren dürfen die Kolleginnen und Kollegen aus sechs bis acht kuratierten Etagenausstellungen pro Jahr selbst entscheiden, welche Kunstwerke auf ihren Fluren gezeigt werden sollen. Ferner werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche Kunstführungen angeboten. Einen besonderen Einblick in die künstlerischen Arbeitsprozesse gewähren Projekte, die Kunstschaffende in enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der DZ BANK verwirklichen. Als siebtes Mitarbeiterprojekt realisierte die Künstlerin Loredana Nemes ihre Serie »Nadelstreifen«, die aktuell in der DZ BANK zu sehen ist.

Mit den Jahren fand die Sammlung immer mehr den Weg in die Öffentlichkeit – zunächst durch Kunstführungen durch die Etagenausstellungen, ab 1998 dann durch zahlreiche Ausstellungen in nationalen und internationalen Kunstinstitutionen. Hierzu zählen beispielsweise die Ausstellungen »Das Versprechen der Fotografie«, u.a. im MoMA PS1, New York; Hara Museum of Contemporary Art, Tokio; Centre national de la photographie, Paris; Multimedia Art Museum, Moskau; Akademie der Künste, Berlin und der Schirn Kunsthalle, Frankfurt; »Real« im Städel Museum, Frankfurt; »Road Atlas« u.a. im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus; »American Dream«, Kunsthalle Mannheim; »Malerei in der Fotografie« im Städel Museum oder jüngst die Ausstellung »Bewegung im Bild« im Märkischen Museum Witten.

Mit der Gründung des ART FOYER, einem 300 Quadratmeter großen Ausstellungsraum in Frankfurt am Main, besteht seit 2006 die Möglichkeit, den umfangreichen Bestand im musealen Rahmen mit drei bis vier wechselnden Ausstellungen im Jahr der Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich zu machen. Die Ausstellungen werden von Publikationen und einem vielfältigen Rahmenprogramm aus Künstlergesprächen, Podiumsdiskussionen, Kunstführungen und Kinderworkshops begleitet. Zudem laden wir in einem zweijährigen Turnus Kulturschaffende aus unterschiedlichen Fachbereichen ein, eine thematische Zusammenstellung aus Beständen der Kunstsammlung zu kuratieren, wodurch die Sammlung in einen interdisziplinären Diskurs gestellt wird.

Johannes Brus
Teller, 1978
218 x 308 cm

Ähnlich wie schon in den Jahren 1993 bis 2003 vergibt die DZ BANK Kunstsammlung seit 2013 alle zwei Jahre zwei Projektstipendien. Diese richten sich an Künstlerinnen und Künstler aller Altersstufen, die sich mit fotografischen Techniken und Materialien im weitesten Sinne auseinandersetzen. Sie können sich dabei durchaus im Grenzgebiet zu anderen künstlerischen Gattungen bewegen und somit die Techniken der Fotografie hinterfragen und weiterführen. Gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Medium der Fotografie sowie die Materialvielfalt sind für die DZ BANK Kunstsammlung von besonderem Interesse. Eine wechselnde, interdisziplinär besetzte Fachjury prämiert zwei künstlerische Positionen mit jeweils einem projektbezogenen Arbeitsstipendium in Höhe von 12.000 €. Arbeiten der jeweiligen Preisträgerinnen und Preisträger sowie drei weiterer short-gelisteter Finalistinnen und Finalisten werden für die Kunstsammlung erworben und gemeinsam in einer Ausstellung des ART FOYER präsentiert. Jede dieser Ausstellungen wird von einer Publikation begleitet.

Nach der Übergabe eines Konvoluts von über 220 Kunstwerken aus dem Bestand der DZ BANK Kunstsammlung an das Frankfurter Städel Museum im Jahr 2008, zeigt das Museum seit 2011 eine Auswahl der Dauerleihgaben in der neu gebauten Gartenhalle. Diese Kooperation bildet einerseits einen Meilenstein im Blick auf das erklärte Ziel der DZ BANK Kunstsammlung, die Fotografie als eigenständige Kunstgattung zu fördern: die Fotoarbeiten werden im Städel in Kombination mit Malerei, Skulptur und Installation ebenbürtig präsentiert. Andererseits fördert die DZ BANK AG auf diese Weise den Erhalt von kulturellen Werten und gibt diese zurück an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und die Gesellschaft.

Timm Rautert
20 x 24 inch, 1998
je 41 x 37 cm

Sammlung

Podiumsdiskussion Kunst im Zeitalter der Digitalisierung

Die DZ BANK Kunstsammlung veranstaltete im Oktober 2016 eine Podiumsdiskussion zum Thema Kunst im Zeitalter der Digitalisierung.

Auf dem Podium saßen die Berliner Künstlerin Viktoria Binschtok, der renommierte Neurobiologe Professor Dr. Gerald Hüther, Vorstand des ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe) Professor Dr. h.c. Peter Weibel und der Berliner Softwareentwickler und Sammler, Ivo Wessel.

Das Gespräch leitete die Journalistin und 3-Sat-Kulturzeit-Moderatorin Cécile Schortmann. Diskutiert wurden Fragen wie: Welche Nachteile bringt die Digitalisierung für die menschliche Wahrnehmung? Was hat der Mensch der künstlichen Intelligenz noch voraus? Was wird in 100 Jahren von heute aktueller, digitaler Kunst noch vorhanden sein? Verschwinden die Kunstwerke, weil es die Medien (z.B bestimmte Trägermaterialien und Geräte) nicht mehr geben wird?

Sammlung

Symposium Reproduktion in der Fotokunst

Ein Symposium mit vier Diskussionsrunden. Entwickelt in Zusammenarbeit mit Marjen Schmidt, Fotoingenieurin und Restauratorin, Vorsitzende der Sektion Geschichte und Archive der Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh).

Symposium

Sammlung

Podiumsdiskussion "Unternehmenssammlungen öffentlich"

Wie gut kann die Kunstsammlung eines Unternehmens sein? So gut, dass Kunstwerke, die für Bürotürme und Mitarbeiter angekauft wurden, auf Dauer Platz in Museen finden dürfen? Sind es die leeren Kassen, die Museumschefs zu Partnern von Managern machen? Oder ergänzen sich beide Seiten zu neuen Formen der Kooperation - zum Wohl der Allgemeinheit?

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