DZ BANK [KUNSTSAMMLUNG] - Art Foyer

 

Stipendiaten 2014 (Kopie 2)

Die DZ BANK Kunstsammlung vergibt regelmäßig zwei Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler, die mit dem Medium Fotografie arbeiten.

Alle zwei Jahre wird eine neue siebenköpfige Jury benannt, die potenzielle Künstlerinnen und Künstler vorschlägt. Diese werden eingeladen, sich mit Arbeitsproben und Projektideen zu bewerben. Mit dem Stipendium wird Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit geboten, ein Jahr intensiv an einem künstlerischen Projekt zu arbeiten. Eine Auswahl der entstanden Werke wird zudem für die
DZ BANK Kunstsammlung erworben; eine Förderung im doppelten Sinne.

Einleitung: Stipendiaten (Kopie 1)

Jury 2017/2018

Stipendiaten 2017 (Kopie 3)

Die diesjährige Jury setzte sich zusammen aus (v.l.n.r.):

  • Stefanie Böttcher (Künstlerische Leitung, Kunsthalle Mainz)
  • Dr. Astrid Ihle (Ausstellungskuratorin, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen)
  • Christoph Tannert (Geschäftsführer, Künstlerhaus Bethanien, Berlin)
  • Matthias Wagner K (Direktor, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main)
  • Dr. Christina Leber (Leiterin, DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt)
  • Florian Ebner (Kustos für Fotografie, Centre Pompidou, Paris)
  • Maren Lübbke-Tidow (Autorin, Kritikerin, Kuratorin, Berlin).

Einvernehmlich kam die Jury zu dem Ergebnis, dass die eingereichten Projektideen von
Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer aus den rund 45 Bewerbungen am stärksten überzeugten. Zu den ersten fünf Kandidaten der Auswahl zählen zudem Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg.

Einleitung: Stipendiaten (Kopie 3)

Preisträger 2017/2018

Stipendiaten 2017 (Kopie 2)

Tatiana Lecomte (*1971, Bordeaux, lebt und arbeitet in Wien) setzte sich bereits in früheren Arbeiten mit vorgefundenen Fotografien auseinander, die historische Ereignisse und Orte dokumentieren, so u.a. in den Serien »Die El-Alamein-Stellung« oder »Zement«. Durch ihre künstlerische Umformung und Überblendungen wirft Lecomte Fragen zum Umgang mit Geschichte auf. Auch in dem Projekt, das sie während ihres Stipendiums durchführen wird, arbeitet sie mit einer historischen Quelle, dem sogenannten »Stroop-Bericht«. Jürgen Stroop, Befehlshaber der SS sowie verschiedener Polizei- und Wehrmachtseinheiten, protokollierte in diesem Bericht anhand von täglichen Aufzeichnungen und Bildmaterial die Auslöschung des Warschauer Ghettos. Lecomte will sich der Sprache und den Bildern dieses Dokuments auf eine analytische und zugleich demontierende Weise nähern. So möchte sie u.a. die Amtssprache Stroops durch Abschrift einzelner Wörter in einer von Hitler 1941 gegen die »jüdische« (vormals als »urdeutsch« geltende) Fraktur erlassenen »deutschen Normalschrift« ad absurdum führen.

Stipendiaten 2014 (Kopie 2)

Sara-Lena Maierhofer (*1982, Freudenstadt/ Schwarzwald, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht in ihrem Projektvorhaben den Umgang mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands, wie er sich in Völkerkundemuseen und ethnologischen Sammlungen niederschlägt. Der aktuelle Diskurs soll durch eine verkleinerte Wiedergabe der Museumsräume sichtbar gemacht werden, die von Fotografien der Artefakte und Darstellungen der Objektbiografien überblendet werden. Die Abbildungen erscheinen durch die Projektion auf dreidimensionale Flächen fragmentiert, wodurch eine ästhetische Ähnlichkeit mit dem Kubismus entsteht. Damit werden zugleich die Einflüsse außereuropäischer Kunst auf die Moderne zum Thema. Bereits in bestehenden Arbeiten wie den Serien »Dear Clark« oder »The Great« gelingt es Maierhofer, mit unterschiedlichsten künstlerischen und fotografischen Herangehensweisen virulente Themen zu visualisieren und dadurch beim Betrachter neue Gedankengänge wachzurufen.

Neben der monatlichen Projektförderung von 1.000 € für die Dauer von 12 Monaten werden ausgewählte Werke aus dem realisierten Projekt für den Bestand der DZ BANK Kunstsammlung angekauft. Die Arbeitsergebnisse der beiden Stipendiatinnen werden ab dem 2. November 2018 gemeinsam mit ausgewählten Werken von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und
Eiko Grimberg
im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung gezeigt.
Die Ausstellung wird durch eine Broschüre ergänzt.

Einleitung: Stipendiaten (Kopie 1)

Jury 2015/2016

Stipendiaten 2014 (Kopie 3)

Zum Fachgremium 2015/2016 gehörten:

  • Ulrich Gebert (Gewinner des f/12.2 Projektstipendiums 2013/2014 der DZ BANK Kunstsammlung)
  • Dr. Johannes Janssen (Direktor, Museum Sinclair-Haus)
  • Andrej Krementschouk (Gewinner des f/12.2 Projektstipendiums 2013/2014 der DZ BANK Kunstsammlung)
  • Dr. Christina Leber (Leiterin, DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt)
  • Thomas Seelig (Direktor / Kurator, Fotomuseum Winterthur, Schweiz)
  • Thomas D. Trummer (Leiter, Kunsthalle Mainz; ab 1. Mai 2015 Direktor, Kunsthaus Bregenz, Österreich)
  • Prof. Thomas Weski (Kurator, Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt, Berlin).

Die Entscheidung der Juroren fiel auf zwei Künstler, die in ihrer Herangehensweise nicht unterschiedlicher sein könnten. Einvernehmlich kam die Jury zu dem Ergebnis, dass Laura Bielau und Bruno Zhu aus den rund 40 Bewerbungen mit ihren eingereichten Projektideen am überzeugendsten waren. Zu der Auswahl der ersten fünf Kandidaten zählen zudem Jana Müller, Andrzej Steinbach und Oriol Vilanova, die ebenfalls herausragende Bewerbungen einreichten.

Einleitung: Stipendiaten (Kopie 2)

Preisträger 2015/2016

Stipendiaten 2014 (Kopie 2)

Laura Bielau (*1981, Halle/Saale, lebt und arbeitet in Berlin) hat nicht nur eine fundierte künstlerische Ausbildung bei Professoren wie Peter Piller und Timm Rautert genossen, sondern sie ist darüber hinaus eine von der Pike auf ausgebildete Fotografin. In ihrer Arbeit hinterfragt Bielau stets das Medium als solches. Sie beschäftigt sich mit den Entstehungsprozessen von Fotografie, indem sie beispielsweise die Doppeldeutigkeit des Begriffs Darkroom visualisiert, wenn sie eine Dunkelkammer zur Kulisse von Striptease-Tänzerinnen werden lässt. Sie setzt sich bildnerisch mit Positionen der Fotogeschichte auseinander, indem sie sich auf Künstler wie Marcel Duchamp oder Albert Renger-Patzsch bezieht. In ihren Arbeitsprozessen reflektiert sie auch immer wieder ihre Rolle als Fotografin und Geschichtenerzählerin.
Bielau ist sich der gesellschaftlichen Reflektionsmöglichkeiten der Fotografie sehr bewusst und wird in ihrem eingereichten Projekt den Menschen in seiner jeweiligen Arbeitswelt untersuchen. Sie selbst formuliert, ihr Anliegen sei es, die Realität nicht interpretiert darzustellen, sondern möglichst neutral zu berichten. Es ist davon auszugehen, dass sie auch mit dieser Serie vielschichtige Bildwelten schaffen wird, die den Betrachter und seinen Erfahrungshorizont herausfordern und zum Nachdenken über den Zusammenhang von Sujet und Künstler(in) anregen.

Stipendiaten 2014 (Kopie 1)

Bruno Zhu (*1991, Portugal, lebt und arbeitet in Amsterdam), der jüngste Bewerber, steht kurz vor dem Master of Fine Arts. Obwohl Zhu noch am Anfang seiner künstlerischen Karriere steht, sahen alle sieben Juroren hohes Entwicklungspotential in seiner Arbeit. Sein unkonventioneller Umgang mit der Fotografie, die Zhu beispielsweise in Installationen als zweidimensionale Aufkleber sowie als dreidimensionale, marginale Skulpturen im Raum präsentiert, überzeugte das Fachgremium. Zhu untersucht Phänomene der digitalen Welt, wie etwa die Ausdrucksformen und Findungsprozesse Heranwachsender im World Wide Web. Als „digital native“ zeigt er einen zeitgenössischen Umgang mit der digitalen Welt, kann dabei aber eine reflektierte Haltung einnehmen und die Ergebnisse seiner Forschung in die reale Welt überführen. Zhu untersucht Atmosphären und Ideen von Schein und Sein, von fiktiver und realer Welt. Themen, die ihm vermutlich schon während seines Modedesign-Studiums in London begegnet sind. Das bevorstehende Projekt beschäftigt sich mit Illusionen und Ideen von Lifestyle, wie sie Modemagazine und IKEA-Kataloge schaffen. Der Konsument kauft nicht nur einen abgebildeten Tisch oder eine Lampe, sondern erhofft sich zudem das Leben, das durch die Inszenierung der Dinge suggeriert wird, auf sich selbst zu übertragen. In seiner Arbeit dekonstruiert er diese Vorstellung, indem er Möbelstücke aus dem Katalog in Lebensgröße printet und sie dann zu dreidimensionalen Skulpturen formt und präsentiert.

Die beiden Künstler erhalten über ein Jahr monatlich jeweils 1.000 € sowie den Ankauf ausgewählter Arbeiten aus ihrem Projekt. Die Ergebnisse der beiden Stipendiaten werden im Dezember 2016, gemeinsam mit ausgewählten Arbeiten von Jana Müller, Andrzej Steinbach und Oriol Vilanova im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung gezeigt. Die Ausstellung wird durch eine Broschüre begleitet.

Einleitung: Stipendiaten (Kopie 1)

Jury 2013/2014

Stipendiaten 2014

Zum Fachgremium 2013/2014 gehörten:

  • Thomas Draschan (Künstler, Wien)
  • Carolin Ellwanger (Geschäftsführerin Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg)
  • Dr. Martin Engler (Kustos für Gegenwartskunst Städel Museum, Frankfurt am Main)
  • Dr. Alexander Klar (Direktor Museum Wiesbaden)
  • Dr. Christina Leber (Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung)
  • Dr. Ulrich Pohlmann (Sammlungsleiter Fotografie Münchner Stadtmuseum)

Unter den insgesamt 43 eingereichten Bewerbungen überzeugten Ulrich Gebert und Andrej Krementschouk. Beide Künstler fassen in ihren Arbeiten auf sehr unterschiedliche Art und Weise den Wert eines Lebens ins Auge.

Einleitung: Stipendiaten (Kopie 1)

Preisträger 2013/2014

Stipendiaten 2014 (Kopie 1)

Ulrich Gebert setzt sich in seinem konzeptuellen Werk mit dem Verhältnis des Menschen zum (Nutz-) Tier auseinander. Die Fotografien, deren Grundlage gefundenes Bildmaterial bilden, berichten von einer gewaltvollen Aneignung des Tieres, sei es im Bereich der Forschung, der Zucht oder in der Massentierhaltung. Durch kompositorische Veränderungen, beispielsweise durch das Herausschneiden bestimmter Bildinhalte, weisen die Arbeiten häufig groteske, bisweilen sogar humorvolle Züge auf.

Stipendiaten 2014 (Kopie 1)

Andrej Krementschouk nimmt mit seiner Kamera Anteil am Leben einer Gruppe Obdachloser in Russland. In seinem Fotobuch „Come bury me“ (2007) berichtet er von Menschen am Rande der Gesellschaft, die Unterschlupf in einer baufälligen Hütte finden. Er nähert sich den heimatlosen Menschen behutsam und nimmt sich ihrer Geschichten an, die von Alkoholsucht und gemeinschaftlicher Geborgenheit erzählen. Die Hütte fiel samt ihrer Bewohner ein Jahr nach Krementschouks letztem Besuch einer Brandstiftung zum Opfer. Nur eine der Frauen überlebte den Anschlag.

Gebert wie Krementschouk bleiben bei ihren Projektvorhaben 2014 ihren grundsätzlichen Ansätzen treu.

Neben den beiden Preisträgern wählte die Jury zudem drei weitere Bewerber auf die Shortlist 5: Alexandra Baumgartner, Valerio Spada und Robert Voit.

Die drei Künstler werden neben Gebert und Krementschouk mit ihren Arbeiten ab Ende 2014 im ART FOYER DZ BANK Kunstsammlung zu sehen sein. Die beiden Preisträger stellen dort ihre geförderten Projekte vor, während Baumgartner, Spada und Voit mit Arbeiten aus ihrem Werk vertreten sein werden. Die Ausstellung wird durch eine Broschüre begleitet.

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